Coaching im b2b Marketing – dazu einige Ideen und Gedanken

Ist das Coaching im b2b Marketing kurz davor, in sich selber zu implodieren? Manche Experten gehen jedenfalls davon aus und auch ich schließe mich in weiten Teilen dieser Meinung an. Warum?

  1. Es gibt viel zu viele Coaching Anbieter

Nicht gerade überraschend und trotzdem richtig. Ich selber war mal bei einer Xing Veranstaltung im Mühlenkreis, also der Region Minden und umzu. Von den damals 14 anwesenden „Unternehmern“ waren 12 Coaches und zwei echte Unternehmer, die dann auch nicht bis zum Ende der Veranstaltung blieben – wer hätte das gedacht.

Auf die Frage des Unternehmers, was denn die einzelnen Coaches coachen würden, kamen dann so aussgestarke Antworten wie: „Ich helfe dabei, eine Balance zwischen Beruf, Freizeit und Familie zu finden.“ Wohlgemerkt ein wichtiges Thema, aber welches mittelständisches Unternehmen ist bereit, dafür Geld auszugeben? Und die Unternehmer, die gut zu tun haben, haben vielleicht dieses Problem, meistens jedoch nicht die Zeit und die Bereitschaft, dafür einen externen Coach zu buchen.Ein Coach sollte auch mal Ecken und Kanten haben und manchmal gehört dann eben auch ein Stachel mit dazu.

Und wenn der Mehrwert – bei den meisten Coaches – nicht zu erkennen ist, warum dann dafür Geld ausgeben. Und noch schlimmer: Es sind so viele im Coaching Geschäft unterwegs, dass die kleinen auf der Strecke bleiben und sich als Folge immer günstiger andienen. Wer soll da als Kunde noch erkennen, welcher „Coach es bringt“ und welcher andere Anbieter nur nichts besseres gefunden hat?

2. Die Coaching Angebote werden immer austauschbarer

Nichts für ungut – aber hat Autobahn Coach und ähnliches noch etwas mit seriösem Coaching zu tun oder geht es nur noch darum, irgend etwas Neues anzubieten, nur damit es neu ist. Ein seriöses Coaching lebt davon, dass sich Coachee (also der, der gecoacht werden möchte) und Coach entsprechend vorbereiten und sich für einander Zeit nehmen. Das kann mal ein schnelles Telefonat sein – dann aber doch bitte ohne extra Rechnung. Sonst stehen der Aufwand – fürs Rechnung schreiben – und der eigentliche Anlass – das Coachinggespräch – wohl kaum in einer gesunden Realtion. Und das ist genau das Thema: Das bisschen Coaching kann doch jeder – und so kommen viele Coaches mit Ihrem Angebot rüber, mal abgesehen von der oft fehlenden oder nur rudimentär vorhandenen Coachingausbildung. Doch dazu gleich mehr: Was zeichnet den Coach aus? Woher stammt seine Expertise? Welches Angebot bietet er konkret seinen Kunden an? Nicht nur hier im Text – sondern auch bei den meisten potentiellen Kunden – bleiben da nur viele und meistens auch ganz große Fragezeichen.

 

Harald Weber

Autor: Harald Weber

Gründer und Inhaber von b2b Marketing Unternehmensberatung aus Bad Nenndorf bei Hannover

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